Kinderchirurgie

Die Forschungseinheit widmet sich der Entwicklung, wissenschaftlichen Bewertung und klinischen Implementierung moderner Methoden der Künstlichen Intelligenz zur Verbesserung von Diagnostik, Therapieplanung und Patient*innensicherheit in der Kinder- und Jugendchirurgie sowie in angrenzenden Fachgebieten. Ziel ist es, durch innovative Algorithmen und digitale Entscheidungsunterstützung die Versorgungsqualität von Kindern nachhaltig zu steigern und dabei sowohl klinische als auch präventive Ansätze zu verfolgen. 

Die Forschungseinheit baut auf einer etablierten, interdisziplinären und multinationalen Forschungsgruppe auf. Sie ist regional stark in die Medizinische Universität Graz eingebettet und international hervorragend vernetzt. Kooperationen bestehen mit über 40 führenden endoskopischen Expert*innen weltweit sowie mit Fachgesellschaften wie ESPES, IPEG, EUPSA, AKIC und AAPS. Darüber hinaus bestehen enge Partnerschaften mit führenden Institutionen im Bereich AI Engineering, darunter das Department of Computer Science der ETH Zürich, das College of Computing & Data Science der Nanyang Technological University in Singapur und die Technische Universität München (TUM). Diese Kombination aus globaler medizinischer Vernetzung und technischer Spitzenforschung schafft ein europaweit einzigartiges Profil und positioniert uns als innovatives Zentrum für translationale Forschung in der KI gestützten pädiatrischen Medizin. Im Jahr 2025 und 2026 konnten bereits 10 Publikationen zum Thema veröffentlicht werden.

Ansprechpartner

Univ.-Prof. Dr.
Holger Till 
T: +43 316 385 13762

Projekte

Radiomics

In enger Zusammenarbeit mit der Klinischen Abteilung für Kinderradiologie unter der Leitung von Sebastian Tschauner untersuchen wir den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Methoden des maschinellen Lernens zur Unterstützung der Bildinterpretation. Ziel unserer Forschung ist es, die Auswertung von nativ-radiologischen sowie sonographischen Bilddaten durch innovative Analyseverfahren zu erleichtern und zu verbessern. Durch den Einsatz moderner Radiomics-Ansätze und KI-gestützter Algorithmen sollen verborgene Bildinformationen erkannt werden, die die diagnostische Genauigkeit erhöhen und die klinische Entscheidungsfindung unterstützen können. Diesbezüglich konnten wir schon einige Artikel in hochrangigen Zeitschriften veröffentlichen. Beispielsweise konnten wir zeigen, dass die KI anhand sonographischer Bilder effektiv zwischen Schädelnähten und Frakturen im Säuglingsalter unterscheiden kann (Hankel et al, Sci Rep).

Surgical Safety

Auch in der Chirurgie, insbesondere bei minimal-invasiven Eingriffen, besitzt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ein großes Zukunftspotenzial. In unserer Forschung untersuchen wir, inwieweit KI-basierte Methoden bei laparoskopischen Operationen unterstützend eingesetzt werden können. Ziel ist es, chirurgische Abläufe durch intelligente Analyse von Bild- und Videodaten zu unterstützen, relevante Strukturen zuverlässiger zu erkennen und damit die Sicherheit sowie die Präzision minimal-invasiver Eingriffe weiter zu verbessern. Hier gelang es bereits eine experimentelle Studie zur laparoskopischen Nissen Prozedur zu veröffentlichen (Till et al, Artificial intelligence based surgical support for experimental laparoscopic Nissen fundoplication, Front Ped)

Umfragen

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im medizinischen Alltag wird von vielen klinisch tätigen Ärzt*innen noch immer als eine Art „Black Box“ wahrgenommen. Trotz des großen Potenzials dieser Technologien bestehen häufig Unsicherheiten hinsichtlich Funktionsweise, Verlässlichkeit und praktischer Integration in den klinischen Workflow. Aus diesem Grund sind strukturierte Umfragen und Studien von großer Bedeutung, um zu erheben, wie Ärzt*innen KI wahrnehmen und in welchem Ausmaß eine Bereitschaft zur Implementierung in der klinischen Praxis besteht. Diesbezüglich konnten wir schon Artikel publizieren, die die KI Kompetenz klinisch tätiger und in Ausbildung befindlicher Kolleg*innen auch im europäischen Setting untersucht